Finnland September 2019

Nach langem konnte ich nun endlich wieder auf Reisen gehen. Es ging wie bereits im Juli 2013 nach Finnland, an die russische Grenze. Ich wollte die Bären dort wieder sehen.

Am Abend erreiche ich Viiksimo an einem sternenklaren Abend. Direkt nach dem Abendessen ging es daher raus, um den Himmel zu beobachten. Tatsächlich hatte ich Glück und ein leichtes grünes Schimmern zeigt sich am Horizont. Es war kein besonders starkes Polarlicht, dennoch war es wunderschön es endlich wiederzusehen. Viel mehr zeigt sich vom Polarlicht an diesem ersten Abend allerdings nicht, dafür huschten aber immer wieder Sternschnuppen vorbei.

Der nächste Tag begann mit einer kleinen Besichtigungsrunde der Ansitzhütten, den Hides. Die Stelle im Sumpf und im Wald kannte ich noch von 2013. Die Stelle am See war mir neu und ich beschloss den ersten Abend dort zu verbringen. Ich wanderte noch etwas durch den Wald und fotografierte einige der vielen Pilze. Gegen 16 Uhr ging es in eine der Hütten an den kleinen See. Ich hatte es mir kaum mit Tee und ein paar Keksen bequem gemacht da tauchte auch schon der erste Bär auf. Unvermittelt sah ich ihn, wie er hinter einem kleinen Hügel hervorkam und auf den See zusteuerte. Nicht lange folgten weitere Bären die zum See kamen. Ich konnte von meiner Hütte aus in 3 Richtungen Fotografieren in jeder dieser Richtung hatte ich einen Bären zu beobachten. Mein Blick wanderte ständig hin und her, um möglichst nichts zu verpassen und doch ließ sich dies nicht vermeiden. Der Tee und die Kekse waren vergessen. Einer der Bären schön von der Sonne beleuchtet ging dicht ans Wasser heran und spiegelte sich im Wasser. Viel zu schnell verging die Zeit, die Sonne verschwand hinter dem Horizont und es wurde zu dunkel zum Fotografieren. Der Himmel zog ebenfalls immer mehr zu und so ging es ins Bett.

Allzu lange war die Nacht nicht, um kurz nach 4 Uhr ging es wieder in eines der Verstecke. Bei Sonnenaufgang sollten sich hier Birkhühner aufhalten. Die von mir gewählte Hütte, in der man nur liegen konnte, erwies sich als sehr unbequem, dennoch beobachte ich, so gut es ging die Umgebung. Zuerst hörte ich das Flattern, dann tauchten die Birkhühnern auf und landeten vor mir auf der Wiese. Einige Zeit hielten sie sich so vor mir auf und ich konnte fotografieren, bevor sie sich aufmachten und wieder davon flogen.

Zurück in der Unterkunft schrieb ich Tagebuch, Notizen für diesen Artikel. Doch lange ging dies nicht, ein Eichhörnchen hüpft vor meinem Fenster herum und lenkte mich ab. Ich schnappte mir die Kamera, ging raus und es ließ sich auch tatsächlich fotografieren. Diesen Abend beschloss ich im Wald zu verbringen, schon bei der Ankunft dort tauchte der erste Bär auf, kurz darauf waren es schon 5 Bären direkt vor meiner kleinen Hütte. Ein wildes Getümmel herrschte zwischen den Bäumen, es fiel mir schwer den Überblick zu behalten. Nach etwa einer Stunde verschwanden sie alle und es fing an zu regnen.

Die Wolken regneten ab und der Himmel riss auf. Um 22 Uhr war ich wieder draußen und beobachtete den Himmel, da tauchte es wieder auf das mystische grüne Schimmern am Horizont und ich startete meine Kamera im Zeitraffer Modus. Dies erwies sich als goldrichtig, denn das Polarlicht wurde immer kräftiger und tanzt sogar ein wenig am Horizont. Als das Polarlicht nur noch ein sanftes grünes Glühen dicht über dem Horizont war, ging es ins Bett, denn schon in ein paar Stunden wollte ich wieder in der Ansitzhütte sein.

Der Morgen begann mit Nebel und verhangenem Himmel, ich saß diesmal in einer bequemeren Hütte und beobachtete die Umgebung. Ein ganz andere Stimmung als am Tag zuvor. Die Birkhühner tauchten wieder auf und im Gegenlicht und dem Nebel, den Wassertropfen an den Zweigen und im Gras ergaben sich ganz besondere Motive. Danach holte ich dann eine Portion Schlaf nach, um dann ausgeschlafen am Abend an den See zurückzukehren.

Kaum saß ich am See in meiner Hütte, tauchte einer der Bären auf. Er steuerte auf das Ufer zu und kurz darauf war er auch schon im Wasser und schwamm auf mich zu. Ich wechselte schnell in den Film Modus und es gelang mir den Bären, wie er auf mich zu schwamm zu filmen. Schnell zurück in den Fotografie Modus ich wollte einige Nahaufnahmen, als er sich auch noch kräftig schüttelt. Es schien Badetag am See zu sein, denn er blieb nicht der einzige Bär, den es ins Wasser zog. Plötzlich schreckt aber etwas die Bären auf und sie verschwanden zügig im Wald und ließen sich nicht mehr blicken.

Der Himmel blieb klar und ich hielt Ausschau, doch diesmal zeigte sich kein Polarlicht und je später es wurde, zog der Himmel immer weiter zu.

Den nächsten Tag begann ich mit einem ausgiebigen Spaziergang durch diese herrliche Natur und konnte so die Ruhe nochmal genießen. Gegen Abend ging es dann in den Sumpf. Ich wählte eine der hintersten Hütten mit der Möglichkeit einer Rundumsicht und einer tiefen Bodenluke. Dies erwies sich als sehr praktisch. So konnte ich einige schöne Bilder von unten machen, als die Bären auf meine Hütte zu kamen. Oder auch nach hinten wo die Bären durch die Büsche strichen.

Leider kam mir keiner der Wölfe oder ein Vielfraß vor die Linse die es hier auch geben soll. Dieses Glück hatte ich leider nicht. Dennoch waren es sehr schöne Tage mit tollen Bildern. Mein Dank geht an Dionys Moser von {www}fotoreisen.ch für die Organisation.

Meine verwendete Technik, Fujifilm X-T2 und X-T3 mit 100-400 mm f/4,5-5,6, 35 mm f/1.4, 16 mm f/1,4, 18-55 mm f/2,8-4 und Laowa 9mm f/2,8.