Grönland März 2018

Nach meiner Reise nach Spitzbergen wollte ich nun auch noch nach Grönland. Aber nach meinen Erfahrungen mit dem Schiff fahren habe ich mich nach einer Variante ohne Schiff umgesehen. Ein Tipp von {www}Bernd Römmelt brachte mich auf Kulusuk an der Ostküste von Grönland.

Man erreicht Kulusk am besten von Island aus. Alle paar Tage geht ein Flug mit kleinen Propellermaschinen von Reykjavík aus. So erreichte auch ich bei strahlendem Sonnenschein Kulusk. Leider ohne mein Gepäck. Das hatte die Fluggesellschaft ins falsche Flugzeug geladen.

Mit somit nur leichtem Gepäck wanderte ich in das nicht weit entfernte Hotel. Unterwegs konnte ich diese traumhafte verschneite Landschaft bewundern. Weiter führte mich mein Weg in das nahegelegene Dorf wo ich mich im Dorfladen erst mal mit dem nötigsten eindeckte. Viel Auswahl hatte es allerdings nicht.

Das Meer war nicht ganz zugefroren und vollständig ruhig. Die Berge spiegelten sich im Wasser und ich machte meine ersten Aufnahmen. Nachdem ich mich zeitlich etwas orientiert hatte, immerhin sind es 3 Stunden Zeitunterschied zwischen Reykjavík und Kulusk, suchte ich mir ein schönes Plätzchen für den Sonnenuntergang. Die Sonne knapp über den Horizont davor die treibenden Eisberge, einfach toll.

Im Hotel zurück gab es Abendessen. Für mich ganz alleine denn ich war der einzige Gast. Zu dieser Jahreszeit kommt kaum jemand hier her. Ich hab mich dann in mein Zimmer zurück gezogen und im dunklen den Himmel beobachtet. Lange musste ich gar nicht warten, da zeigten sich Polarlichter am Himmel. Was war ich froh, dass ich mir im Hotel ein Stativ habe ausleihen können. Stark und lang war das Polarlicht nicht zu sehen. Aber das Gefühl so alleine draußen und das Polarlicht nur für sich zu haben war großartig.

Meinen Wecker hatte ich mir auf halb fünf gestellt und machte mich direkt auf in Richtung Osten. Die Sonne kam langsam über den Horizont und tauchte die Landschaft und die Eisberge in tolles Licht. Zurück im Hotel machte ich erst mal Frühstück und wärmte mich auf. Lange hielt ich es drinnen nicht aus und gegen Nachmittag machte ich mich auf zum Dorf. Ich marschierte über das Eis und orientiert mich dabei immer an den Spuren der Schlitten um nicht auf Eis zu kommen, das nicht trägt. Bald schon kamen mir Kinder mit Hundeschlitten entgegen, die sichtlich viel Spaß hatten, mit den Hunden über das Eis zu brausen. In Dorf beobachtet ich dann wie ein Hundeschlitten angespannt wurde. Das freudige Jaulen und Bellen der Hunde war weit zu hören. Hier werden die Hunde mehr Sternförmig angespannt als ich es von Norwegen her hintereinander kannte.

Auf der anderen Seite von Kulusk als am Vortag wartete ich dann auf den Sonnenuntergang der mich wieder nicht enttäuscht. Beim Weg zurück stand der Vollmond am Himmel und mein Weg wurde begleitet vom Heulen der Hunde. Eine ganz besondere Stimmung die mich so umfing. Nach dem Abendessen setzte ich mich wieder in mein dunkles Zimmer und war gespannt, ob auch an diesem Abend die Polarlichter tanzen würden. Am Horizont war nichts zu sehen, aber über dem Hotel wurde es plötzlich immer grüner am Himmel. Schnell raus und dann ging es auch schon los, schnell tanzten die Polarlichter am Himmel, ich musste die Verschlusszeiten immer weiter reduzieren, weil sich die Polarlichter in dieser Nacht so rasant bewegten. Als sich ein riesiger Bogen am Horizont bildete, wechselte ich schnell auf mein Fischaugenobjektiv, um das noch aufs Bild zu bekommen. Irgendwie war ich aber dann doch froh, wie das Polarlicht schwächer wurden, denn mir war inzwischen ordentlich kalt geworden.

Das frühe Aufstehen sollte sich auch wieder lohnen. Zwar verdeckten tiefstehende Wolken die aufgehende Sonne, aber die Berggipfel wurden in buntes Licht getaucht dazu der untergehende Vollmond. Gerade als die Berggipfel anfingen zu leuchten zog ein Hundeschlitten vorbei. Es wurde wieder ein wundervoller Tag und ich bedauerte das ich keine größeren Ausflüge machen konnte. Ohne die dicken Sachen hält man es nicht so lange aus, wie man gerne würde. Ich schlenderte durch den Ort und fand einen schönen Ausblick für den Sonnenuntergang. Blick hinaus aufs Meer und überall Treibeis. Nachdem die Sonne unter gegangen war, kamen immer mehr Wolken hereingezogen. Das Wetter änderte sich rasant. Gegen Abend war der Himmel vollständig zugezogen keine Chance auf weitere Polarlichter. Es war Samstag und eigentlich sollte mein Gepäck endlich ankommen, doch die Wetterbbedingungen waren zu schlecht. Das Flugzeug musste umkehren. Auch am folgenden Tag, an dem der Flieger kommen sollte war das Wetter zu schlecht.

Das Hotel füllte sich mit gestrandeten Fluggästen. Die entweder zurück nach Reykjavík wollten oder weiter nach Tasiilaq. So kam ich mit einigen ins Gespräch und konnte das kleine Museum in Kulusk besuchen. Viele interessante Dinge konnte ich dort erfahren. Die Geschichte der arktischen Arche Noah in Form eines Kanus auf dem die Tiere und Menschen der Arktis Zuflucht vor dem Klimawandel finden sollen, die ein Junge aus dem Dorf gebaut hat, die hat mich sehr bewegt und stimmte mich sehr nachdenklich.

Etwas zweifelnd beobachtet ich das Wetter, ob es mit meinem Rückflug klappen sollte. Doch ich hatte Glück. Am Montagabend konnte man beobachten, wie die Wolken langsam wieder höher stiegen und am Dienstag, dem Tag meines Rückfluges konnte ich nochmal einen schönen Sonnenaufgang bewundern. Mein Flieger zurück kam, dann auch mit meinem Gepäck was ich dann ungenutzt wieder mit nach Hause nehmen konnte.

Meine verwendete Technik, Fujifilm X-T1 und X-T2 mit 100-400 mm f/4,5-5,6, 35 mm f/1.4, 16 mm f/1,4 und 8 mm f/2.8.

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