Lofoten 2016

Nun ist es schon das vierte Mal, dass es mich im Winter in den hohen Norden zieht. Der Polarlichtvirus hat mich voll im Griff. Dazu kommt noch diese traumhafte Landschaft und die Ruhe, die man in diesen hohen breiten findet. Dies alles treibt mich immer wieder an dort hin zu reisen. Diesmal ging es für mich auf die Lofoten.

Die {wikipedia}Lofoten sind eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens, nördlich des Polarkreises. Landschaftlich ist es eine Mischung aus Meer und Bergen, dazu die bekannten bunten Häusern die an vielen Stellen auf Stelzen an der Küste stehen. Das Klima ist durch den Golfstrom sehr mild und dank der Lage auch bestens für die Beobachtung von Polarlichtern geeignet.

Schon Wochen vorher fieberte ich dieser Reise entgegen. Endlich wieder dort oben unterwegs sein und mit Glück auch Polarlichter sehen.

Bereits am Tag meiner Anreise konnte ich das tolle Licht bewundern. Auch nach dem Sonnenuntergang gab es noch ein sehr langes Nachglühen, was einen ganz besondere Lichtstimmung zaubert. Am ersten Abend konnte ich aber getrost schlafen gehen, es gab keine Chancen auf Polarlicht, der Himmel war mit dicken Wolken zugedeckt.

Der nächste Tag begann früh am morgen, wir wollten uns den Sonnenaufgang und die Lichtstimmung noch davor, nicht entgehen lassen. Noch immer hing der Himmel voller Wolken, aber es zeigten sich bereits einzelne Wolkenlücken. Die Tour führte uns nach Reine, dort hat man diese für die Lofoten so typische Landschaft. Die Berge, das Meer und die bunten Häuser, die auf Stelzen direkt an die Küste gebaut sind. Das Glück war auf unserer Seite und tauchte die Landschaft in herrliches Licht.

Die Vorhersagen für Polarlicht meldeten extrem starke Werte und das Wetter war perfekt. Wir fahren los und warten gespannt was uns erwartet. Das Polarlicht zeigt sich uns an diesem Abend, zwar schwach und fein aber dennoch sehr schön. Die Zeit ohne Polarlicht nutzte ich, um den Vollmond der die Landschaft in tolles Licht taucht zu fotografieren. Mondlicht hat etwas ganz besonderes für mich.

Auch wenn wir in der Nacht wenig geschlafen haben, geht es wieder früh raus. Das Wetter ist einfach zu gut. Die durch die aufgehende Sonne angestrahlten Berggipfel spiegeln sich wunderbar im Meer in dem die Eisschollen treiben. Was für eine herrliche Stimmung!

Die Polarlichtaktivität ist nochmal zu Vortag gestiegen. Leider schneit es und dazu gehören eben auch dicke Wolken. Wir warten den Abend über gespannt auf Besserung, bis es uns nicht mehr im Hotel hält. Trotz Schneegestöber fahren wir raus. Einer der hohen Berge hilft uns und reist eine Lücke in die Wolken und genau in dieser Lücke zeigt sich das Polarlicht. Uns bleibt nicht viel Zeit zum Fotografieren, da muss alles schnell gehen. Aber mir gelingen einige tolle Aufnahmen, wie sich das Polarlicht in den Wolkenlücken zeigt. Die Wolkenlücken wurden dann aber immer weniger und der Himmel immer dunkler, damit zogen wir uns dann auch ins Hotel zurück.

Der folgende Tag war meist bedeckt und es fiel immer mal wieder Schnee, dies hat uns aber nicht abgehalten vom Fotografieren. Auch bei wenig Licht findet man das ein oder andere schöne Motiv. Da auch am Abend der Himmel wolkenverhangen war, hieß es einfach mal ausschlafen.

Die Temperaturen waren weiter gestiegen inzwischen auf +4 °C und damit wurde aus dem Schnee dann Regen. Klingt erst mal nicht so schön, aber da die Sonne sich immer wieder durch Wolkenlücken zeigte, gab es wieder tolle Motive. Die tief stehende Sonne die, die Eisschollen beleuchtete und die durch die einsetzende Flut treibenden Eisschollen. Der heute etwas stärkere Wind bracht auch stärkere Wellen mit, die sich an den Steinen an der Küste brachen. Also eine Position gesucht in der man einen guten Blick auf die brechenden Wellen hat aber möglichst nicht von ihnen getroffen wird. Dann hieß es warten und im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.

Eigentlich hatte ich an diesem eher wolkenverhangenen Tag wenig Hoffnung auf Polarlicht. Aber wir sind dennoch raus gefahren. Kaum angekommen rissen die Wolken auf und das Polarlicht fing an zu tanzen. Ein wunderbares Schauspiel zeigte sich am Himmel und es wurde immer stärker. Dies sind genau die Momente, die einen Süchtig nach den Polarlichtern macht. Ein Gefühl was man nicht beschreiben kann.

Durch den Regen war alles mit einem Eispanzer überzogen und ohne Spikes an den Schuhen konnte man eigentlich nicht mehr laufen. Doch bei dem tollen Licht und den traumhaften Spiegelungen sind solche Kleinigkeiten schnell vergessen. Faszinieren fand ich auch die Eisschollen die glasklar gefroren waren. Für mich sieht die eine aus wie der Kopf eines Nashorns. Am Nachmittag, damit hier schon nach Sonnenuntergang, war es sehr Windstill und wir konnten in einem Hafen, Bilder mit tollen Spiegelungen machen.

Die letzten beiden Nächte hatten wir mit Polarlicht kein Glück mehr. Der Himmel hing voller Wolken und die ersehnten Lücken wollten nicht auf gehen.

Es war für mich wieder eine Traumreise in eine wunderschöne Landschaft, die durch die tief stehende Sonne beleuchtet wurde. Dazu noch das Polarlicht, mit dem ich diesmal wieder richtig Glück hatte.

Meine verwendete Technik diesmal eine Fujifilm X-T1 mit 16 mm f/1,4, 35 mm f/1,4, 90 mm f/2 und dem Walimex 8 mm f/2,8 Fish-Eye. Diese eher kleine Kamera leistet wirklich hervorragendes und gibt einem durch das wesentlich geringere Gewicht als meine Nikon D800 viel mehr Flexibilität.

Vielen Dank an {www}Raymond Hoffmann und an das Team von {www}fotoreisen.ch für die wieder einmal perfekte Organisation.